NÜRTINGEN (hfwu). Studierende des Studiengangs Kunsttherapie an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) führten in einem Kinderzentrum in Kambodscha das Projekt „Color Kaleidoscope“ durch. Die dabei entstandenen Einzelbilder und Gruppenwerke zeigt ab 17. April eine Ausstellung in Nürtingen.
Ziel des Projekts war es, durch künstlerische und kunsttherapeutische Arbeit einen Raum zu schaffen, in dem Kinder ihre Emotionen, Erlebnisse und Vorstellungen spielerisch erkunden und gestalterisch ausdrücken konnten. Im Zentrum stand die Frage, wie kulturelle Gegebenheiten das Erleben und Wahrnehmen von Farbe bei Kindern in Kambodscha prägen und wie sich dies im Gestalten der Kinder zeigt.
Das kunsttherapeutische Studienprojekt „Color Kaleidoscope“ fand im Kinderzentrum Wat Opot in Kambodscha im vergangenen Dezember und Januar statt. Studierende der Bachelor-Studiengangs Kunsttherapie – Noemi Benkeser, Celina El Midani, Diana Demchenko und Daria Novender – führten das Projekt unter Begleitung von Professorin Dr. Constanze Schulze-Stampa durch. Gefördert wurde es von den Schmitz-Stiftungen. Wat Opot Children’s Community entstand 2001 als Hospiz für HIV/AIDS-Patient:innen und ist heute eine Tagesbetreuung: vormittags kindergarten-ähnlich für Kinder im Alter von zwei bis fünf Jahren (30 bis 50 Kinder), nachmittags Hausaufgabenbetreuung für Schulkinder.
Vor Ort stellten stellten die Projektmacherinnen veränderte Rahmenbedingungen vor Herausforderungen: täglich wechselnde Gruppen, minimale Englischkenntnisse der Kinder und ein stark leistungsorientiertes Bildungssystem. Die Erzieher:innen fragten skeptisch „Was werdet ihr den Kleinen unterrichten?“, dennoch und trotz aller Skepsis schufen die angehenden Kunsttherapeutinnen einen geschützten Raum für freies kreatives Experimentieren. Nonverbale Kommunikation über Mimik, Gestik und künstlerisches Handeln als universelle Sprache überbrückte kulturelle Barrieren und ermöglichte tiefe Verbindungen. Schnell entstanden enge Beziehungen zu den Kindern und Betreuenden, anfängliche Zurückhaltung wich Freude und Vertrauen, das gemeinsame künstlerische Tun wurde zur Brücke über sprachliche Grenzen hinweg, berichtet Professorin Schulze-Stampa.
Die entstandenen Einzelbilder und Gruppenwerke werden in der Ausstellung gezeigt. „Sie sind ein sichtbarer Beweis für das kreative Potenzial, die interkulturelle Begegnung und das soziale Wirken der Kunst hat“, so die Projektmacherinnen im Rückblick.
Die feierliche Ausstellungseröffnung findet am 17. April um 17 Uhr an der HfWU in Nürtingen in der Sigmaringer Straße 15/2 statt. Die Ausstellung kann dort bis zum 18. Mai während der Öffnungszeiten der Hochschule besucht werden.