HfWU mahnt zu sicherer Lebensmittelversorgung

Veröffentlicht am |

Positionspapier zu Sicherheit, Nachhaltigkeit und Resilienz in der Nahrungsmittelerzeugung

NÜRTINGEN. (hfwu) Passend zum neuen Koalitionsvertrag der kommenden Landesregierung veröffentlicht die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) ein Positionspapier zur Ernährungssicherheit. Im Zentrum steht dabei die Notwendigkeit, die Bevölkerung auch in Krisenzeiten sicher und verlässlich mit Lebensmitteln zu versorgen. Dies sei eine zentrale Aufgabe von Politik und Verwaltung. Die Hochschule sieht sich dabei als Partner der Landwirtschaft und der Gesellschaft.   

Der Autorenkreis des Positionspapiers, vier Professorinnen und Professoren des Studienganges Agrarwirtschaft, begrüßt das Bekenntnis der Koalitionspartner, die Ernährungssicherheit als Ziel in die Landesverfassung aufzunehmen und dafür die Resilienz und die bäuerlich geprägte Landwirtschaft gezielt zu stärken. In unischeren politischen Zeiten, während Krisen, Naturkatastrophen oder Pandemien, komme es auf eine funktionierende Land- und Ernährungswirtschaft an, um die Bevölkerung zu versorgen. Für diese, laut dem Positionspapier, „kritische Infrastruktur“ seien regionale Lieferketten entscheidend. Derzeit jedoch sei die Versorgung mit Lebensmitteln von Importen fossiler Energieträger, Mineraldünger sowie Futter- und Lebensmitteln abhängig. Für eine resiliente landwirtschaftliche Produktion werden in dem Positionspapier eigenständige Wertschöpfungsketten und weniger Importe angemahnt. Bei den Professorinnen und Professoren handelt es sich um die Agrarökologin Dr. Maria Müller-Lindenlauf, die Pflanzenbauerin Dr. Carola Pekrun, den Experten für Tierernährung Dr. Stephan Schneider und den Agrartechnologen Dr. Albert Stoll.

Die HfWU will angesichts dieser Problemlage eine aktive und gestaltende Rolle spielen: Die Hochschule „besitzt die Expertise, wenn es um die nachhaltige und resiliente Landnutzung geht: in der Lehre, in der angewandten Forschung und im Transfer in die Praxis.“ Die Autorinnen und Autoren betonen, dass Innovationen der Schlüssel zu mehr Autarkie und Resilienz seien und auch dafür, die natürlichen Lebensgrundlagen wie Biodiversität, Boden und Wasser zu erhalten. Eine nachhaltige Landwirtschaft benötige neue Technologien, Digitalisierung und KI aber auch moderne Verfahren in der Pflanzen- und Tierzucht sowie der Haltung und Fütterung. Dazu gehöre auch die Agrartechnik mit Anbauverfahren, die mit weniger Energie, Pflanzenschutz, Düngung und Feldbearbeitung auskommen.  Flankierend dazu bearbeitet die HfWU im Bereich der Wirtschaftswissenschaften ein Forschungsfeld zu resilienten Liefer- und Wertschöpfungsketten.

Die Hochschule sei der Ort, an dem qualifizierte Fach- und Führungskräfte für eine resiliente Lebensmittelversorgung ausgebildet werden. Dafür müssten die Forschungsinfrastruktur und Studiengänge zielgerichtet weiterentwickelt werden. Die Autorinnen und Autoren betonen, „dass sich die aktuellen Forschungsschwerpunkte der HfWU im neuen Koalitionsvertrag wiederfinden“. So will die kommende Landeregierung zügig die strukturellen, personellen und finanziellen Voraussetzungen für mehr Resilienz und den Erhalt der Lebensgrundlagen schaffen.

Zum Positionspapier:

www.hfwu.pro/position-lebensmittelversorgung/

 

Nürtingen, 12.05.2026

Gerhard Schmücker