Großes Publikumsinteresse am „CHIO Aachen Scientist Circle“

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Auch HfWU-Expertise war gefragt am Infostand bei den FEI World Championships in Aachen.

Expertengremium zum Pferdewohl stellte im Rahmen der FEI World Championships Aachen seine Arbeit vor

NÜRTINGEN (hfwu). Rund eine halbe Million Besucherinnen und Besucher aus aller Welt kamen zu den FEI World Championships  nach Aachen. Ein so großes Interesse wie am Pferdesport fand auch die Frage nach dem Wohlergehen der Sportpferde bei internationalen Turnieren. Sie steht im Fokus der wissenschaftlichen Arbeit des „CHIO Aachen Scientist Circle“, der seine Arbeit im Rahmen der World Championships vorstellte. Das Besondere und Einzigartige an dem Projekt: Es bringt die Expertise von Wissenschaft verschiedener Fachbereiche, Turnierveranstalter und Pferdesportlern zusammen.

Die Initiative, ein Expertengremium zum Thema Wohlergehen von Sportpferden zu schaffen, war von den Verantwortlichen des CHIO Aachen  ausgegangen,  dem größten Reitturnier der Welt. Sie stellten die Idee Dr. Dirk Winter, Professor für Pferdewirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) in Nürtingen, vor. Winter brachte einen Kreis von renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachbereiche zusammen. Eine erste Studie wurde beim CHIO 2023 durchgeführt.

Die FEI World Championships Aachen bot nun eine Gelegenheit, die bisherige Arbeit des Scientist Circle einem breiten Publikum vorzustellen. "Tierwohl beim Pferdesport ist mittlerweile ein großes Thema“, sagt Winter. Mit einem so großen Interesse am Stand des Expertengremiums hatte er dennoch nicht gerechnet. Das Grundanliegen des Forschungsansatzes sei, das Wissen über das Wohlergehen der Turnierpferde auf eine wissenschaftliche Basis zu stellen. Zudem gehe es um Transparenz. „Wir wollen zeigen, wie wir es machen, das Pferdewohl zu ermitteln und zu messen, insbesondere in der Haltung auf dem Turnier im Vergleich zum Heimatstall“, so Winter. Die Frage, wie es den Pferden bei Wettkampfveranstaltungen geht, bewegt nicht nur Pferdesportinteressierte. Viele Besucher des Info-Standes, insbesondere auch jüngere, interessierten sich insbesondere für die Forschung in diesem Bereich, berichtet Winter. Die HfWU mit dem Studiengang Pferdewirtschaft gehört hier zu den Pionieren. Derzeit entstehen an der Hochschule, unter anderem mit dem Fokus Tierwohl, mehrere Doktorarbeiten im Bereich der Pferdewissenschaft.

Das Forschungsfeld zum Thema Pferdewohl ist weit und umfasst Bereiche, die man nicht zuerst mit Pferden in Verbindungen bringt. Zum CHIO Aachen Scientist Circle gehören somit neben Tiermedizinerinnen und Tiermediziner sowie Expertinnen und Experten für Pferdehaltung und -verhalten, auch Fachleute für Neurophysiologie, Prozessleittechnik, KI basierte Kamerasysteme, Kommunikation und soziale Verantwortung. Von der HfWU gehört dem Gremium neben Dirk Winter auch die Pferdeethologin Prof. Dr. Konstanze Krueger-Farrouj an. Die Besetzung spiegelt das grundsätzliche Erkenntnisinteresse des Gremiums wider: Es geht sowohl um die Ermittlung des Pferdewohls als auch um die Akzeptanz und Wirkung von entsprechenden Standards im Pferdesport in der Gesellschaft.

Das erste gemeinsame Forschungsprojekt des CHIO Aachen Scientist Circle wird voraussichtlich im nächsten Jahr abgeschlossen. Die Ergebnisse werden, sofern alles wie geplant läuft, auf dem nächsten CHIO Aachen präsentiert.