(Nürtingen) HfWU. Sarah Lang befasst sich in ihrer kumulativen Dissertation mit der Resilienz von Lieferketten – einem Thema von hoher wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Relevanz.
Die Forschungsarbeit passt in die Zeit anhaltender globaler Logistikkrisen. Aktuelle Ereignisse wie extreme Niedrigwasserstände auf wichtigen Binnenwasserstraßen oder Blockaden zentraler maritimer Handelsrouten wie der Straße von Hormus und dem Roten Meer zeigen deutlich, wie verwundbar globale Lieferketten sind. Unternehmen wissen, dass sie nun gegensteuern müssen. Bislang fehlte es in der Praxis jedoch oft an verlässlichen Instrumenten, um die Kosten verlässlich darstellen zu können, wenn es um Maßnahmen zur Absicherung von Logistikketten geht.
Sarah Langs Dissertation mit dem Titel „Supply Chain Resilience: An Integrated Framework for Risk Assessment, Simulation-Driven Optimization, and Actionable Performance Evaluation“ leistet dazu einen bedeutenden praxisbezogenen Ansatz. Er beruht auf fünf Einzelstudien, die Sarah Lang in renommierten internationalen Fachjournalen veröffentlichte.
Das entwickelte Rahmenwerk zeichnet sich durch folgende Elemente aus:
- Messbarkeit: Ein neuer Planungs- und Bewertungsansatz macht Resilienz als zeitabhängige Leistungsgröße quantifizierbar.
- Dynamik: Die Ausbreitung von Störungen sowie die anschließenden Erholungsprozesse in Liefernetzen werden simulationsbasiert modelliert.
- Monetarisierung: Die gewonnenen Daten werden in konkrete finanzielle Entscheidungsgrößen übersetzt.
Damit liefert die Arbeit eine wissenschaftliche Basis für Investitionsentscheidungen in der Logistik und beantwortet die Frage, welchen finanziellen Wert Resilienzmaßnahmen für ein Unternehmen haben.
Die Promotion war eingebettet in das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forschungsprojekt „Re_KI_lienz“. Die Arbeit entstand in enger Kooperation zwischen der HfWU Nürtingen-Geislingen und der TU Bergakademie Freiberg. Das Verfahren wurde durch ein hochschulübergreifendes Gutachtergremium begleitet und geprüft. Dazu gehören Simon Glöser-Chahoud als Erstgutachter sowie Marcus Wiens, Michael Hoeck und Andreas Horsch. HfWU-Professor Dr. Christoph Zanker hatte die Arbeit als Zweitgutachter mitbetreut. Sarah Lang bleibt der HfWU weiterhin als offizielle Research Associate erhalten.
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